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Baustelle Deutsches Sielhafenmuseum

Liebe Freundinnen und Freunde des Sielhafenmuseums und des Museumshafens,

ein besonderes Jahr neigt sich dem Ende zu. Wegen der aktuellen Bestimmungen zur Eingrenzung der Corona-Pandemie hat das Deutsche Sielhafenmuseum am 2.11. die Museumssaison vorzeitig beendet. Mit einer erneuten Öffnung vor Ende der Umbauarbeiten ist nun nicht mehr zu rechnen. Lediglich die Sonderausstellung über die Harlebucht „Von Menschenhand gemachtes Land“ in der Alten Pastorei kann noch verlängert werden und ist dann im Frühjahr über die Dauerausstellung des Nationalpark-Hauses zugänglich, wenn die Gesundheitslage dies zulässt. Im gemeinsam genutzten Kassen- und Ladenbereich der Alten Pastorei stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sielhafenmuseums und des Nationalpark-Hauses auch 2021 für Auskünfte zu den Umbauarbeiten, zu Veranstaltungen und zur Nutzung des Museumshafens zur Verfügung. Trotz der Umbauten im Museum und der Unwägbarkeiten durch die Pandemie rechnen wir derzeit noch mit der Durchführung unserer WattenSail vom 13. bis 15. August 2021 – in welcher Form auch immer. Die Rettungsstation an der Friedrichsschleuse ist nach wie vor – solange es die Witterung zulässt – als Außenstelle des Sielhafenmuseums werktags zu den Bürozeiten geöffnet. Dank der finanziellen Unterstützung durch den Förderkreis Deutsches Sielhafenmuseum e.V. konnte die vorhandene Medientechnik erneuert werden, so dass die Multimedia-Präsentation über das historische Rettungswesen in Ostfriesland in drei Sprachen nun wieder abgerufen werden kann.

Die Bauarbeiten im Groot Hus nähern sich dem Ende. Fassaden, Aufzug und neues Treppenhaus sind fertiggestellt. Die neuen Fenster sind bereits eingebaut, historische Fenster und Türen, die erhalten werden können, werden saniert. Derzeit finden letzte Putz- und Malererarbeiten an den Außenwänden und im Innern Elektroarbeiten statt. Außerdem werden neue WC-Anlagen inklusive eines Behinderten-WCs eingebaut. Mit der Planung und Durchführung der Arbeiten ist die Architekturfirma UIU aus Esens beauftragt. Parallel dazu arbeitet eine Restauratorin an der Freilegung bzw. der Rekonstruktion der historischen Dekorationsmalerei in den früheren Wohnräumen der Familie Mammen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Wanddekoration im ehemaligen Herrenzimmer, die an einer Wand komplett rekonstruiert wurde. Die Wandmalerei wird harmonisch in die

Ausstellungsinhalte integriert. Nur durch die zusätzliche Förderung von Stiftungen und Vereinen kann diese schöne Entdeckung zukünftig der Bevölkerung zugänglich gemacht werden. Hier sind zu nennen: die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Ernst von Siemens Kunststiftung, der Förderkreis Deutsches Sielhafenmuseum e.V. und die Stiftung Deutsches Sielhafenmuseum. Weitere Anträge sind gestellt.

Während der Baumaßnahmen im Groot Hus schreiten die Umbauplanungen für das Kapitänshaus und die Alte Pastorei voran. Im Kapitänshaus werden die WC-Anlagen behindertengerecht erneuert und Pädagogikräume im Untergeschoss eingerichtet.

Für alle drei Museumsgebäude arbeiten die Museumsmitarbeiter*innen und die Firmen hgb aus Hannover und ZeitSeeing aus Brandenburg intensiv an der Planung der neuen Dauerausstellung. Inhaltlicher Schwerpunkt im Groot Hus wird die Entwicklung eines typischen Sielhafens vom Handelshafen bis zum touristischen Museumshafen sein. Die Halle wird als multifunktionaler Begegnungsort geplant mit zahlreichen Schiffsmodellen an den Wänden. Im Kapitänshaus tauchen die Besucher in die schicksalshafte Welt der Kapitänsfamilien im 19. Jahrhundert ein. Die Alte Pastorei mit seiner Anbindung an das Nationalpark-Haus erläutert die naturräumlichen Voraussetzungen für die Entstehung der Sielhäfen an der Harlebucht. Die aktuellen Veränderungen bis hin zu den Auswirkungen des Klimawandels werden dabei berücksichtigt.

Die klimatischen Veränderungen zeigen sich auch deutlich in Harlesiel. Nach der Erhöhung der Deichlinie ist nun auch ein Umbau des Schöpfwerks mit den Schleusentoren notwendig. Im Museumshafen müssen in den nächsten Jahren die Spundwände erneuert werden. Nach den Umbaumaßnahmen an und in den Museumsgebäuden werden also weitere Bauarbeiten in Carolinensiel anstehen, die vor allem den Schiffsverkehr im Museumshafen betreffen.

Trotz der Museumschließung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sielhafenmuseums nicht aus der Welt und im Büro immer ansprechbar. Wir wünschen uns weiterhin viel Austausch und Ihnen und Euch ein glückliches und gesundes Jahr 2021!

Heike Ritter-Eden

Ohne die tatkräftige und finanzielle Unterstützung vieler Institutionen ist ein Umbauprojekt in dieser Größenordnung nicht möglich. Neben den Trägern unseres Museums Stadt Wittmund, Landkreis Wittmund und Förderkreis sind beteiligt: die Europäischen Förderprogramme ERFE (Regionale Infrastruktur) und EMFF (Fischereifonds), die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die Sparkassen-Kulturstiftung LeerWittmund, die Stiftung Niedersachsen, das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, die Klosterkammer Hannover und die EWE-Stiftung. Die Sanierung der Museumsgebäude wird aus dem Programm „Lebendige Zentren“ (ehemals „Städtebaulicher Denkmalschutz“) durch die Stadt Wittmund, das Land Niedersachsen und die Bundesrepublik Deutschland finanziert. Allen Förderern sei nochmals herzlich gedankt!